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ST-Blog 21.05.2012: Ende des Facebook-Hypes?

Da an unserem verfolgten Hauptbörsenplatz in Kanada heute Feiertag ist (Victoria Day) und die Börsen dort daher geschlossen haben, wenden wir uns im heutigen ST-Blogbeitrag dem wichtigsten Ereignis des vergangenen Freitags (oder der vergangenen Woche, des Monats oder des Jahres???) zu: Dem Börsengang von Facebook!

Nach langer Vorbereitung und unter starkem medialen Interesse schaffte Facebook am Freitag den Sprung an die Börse und notiert unter dem Symbol „FB“ an der amerikanischen HighTech-Börse NASDAQ. Doch bereits am ersten Handelstag scheint die Euphorie um dem „Börsengang des Jahres“ in Ernüchterung umzuschlagen.

Denn das erhoffte und von zahlreichen Analysten erwartete Kursfeuerwerk blieb (vorerst?) aus und die US-Börsenaufsicht ermittelt nun wegen der Pannen beim Börsenstart.

Im Vorfeld des Börsenganges war sowohl die Bookbuilding-Spanne auf 34 – 38 USD heraufgesetzt worden und zudem auch noch die Zahl der angebotenen Aktien erhöht worden. Der Ausgabepreis wurde dann am obersten Ende der Spanne bei 38 USD fixiert.

Und es fing auch einigermaßen gut an: Kurz nach dem durch technische Pannen verzögerten Start waren die neuen Aktien zunächst bis auf 45 Dollar gestiegen, im Verlauf bröckelte der Kurs aber in Richtung des Ausgabepreises von 38 Dollar ab. Konsortialführer Morgan Stanley sah sich Insidern zufolge gezwungen, das Papier mit Zukäufen gerade noch so über dem Ausgabepreis von 38 Dollar zu halten, um schon am ersten Börsentag ein schlimmeres Debakel zu verhindern.  Die Aktien beendeten den ersten Handelstag mit einem knappen und enttäuschenden Plus von 0,6 Prozent auf 38,23 US-Dollar.

Doch was sind die Hintergründe?

Nun, Facebook-Skeptiker hatten schon im Vorfeld Zweifel an der hohen Bewertung von Mark Zuckerbergs acht Jahre altem Unternehmen in Höhe von über 100 Milliarden Dollar angemeldet. Das ist mehr als die deutschen Traditionsunternehmen BMW, Deutsche Bank und Adidas zusammen kosten und ungefähr so viel wie der Online-Handelsriese Amazon an der Börse wert ist.

Die hohe Bewertung sahen wohl auch die Altaktionäre von Facebook, denn ein Großteil der Aktien, die am Freitag unters Volk gebracht wurden kam von früheren Facebook-Investoren, die nun entsprechend absahnen wollten – nicht gerade ein Vertrauensbeweis für das Unternehmen. Mehr als 580 Millionen Aktien wurden alleine am ersten Handelstag umgeschlagen – neuer Rekord!

Facebook selbst ist natürlich aktuell ein Gigant im Internetsektor – keine Frage.

Aber dennoch steckt dahinter kein einzigartiges Geschäftsmodell und es ist für uns fraglich, ob Facebook langfristig seine führende Stellung im Bereich der sozialen Netzwerke verteidigen oder sogar ausbauen kann. Bereits jetzt hat Facebook mehr als 900 Millionen Nutzer und die Steigerungsraten der letzten Quartale sank unaufhörlich. Woher sollen auch die weiteren Zuwachsraten an Nutzern kommen. Facebook ist bereits weltweit so bekannt, dass, wer auf Facebook mit einem Profil vertreten sein will, hier wohl bereits aktiv ist. Viele andere Menschen haben sich auf der anderen Seite bereits aktiv gegen die Einrichtung eines Facebook-Profils entschieden. Insbesondere der intransparente Umgang mit persönlichen Daten und dem notwendigen Datenschutz veranlasst viele kritische Internetnutzer, nicht bei Facebook aktiv zu werden.

Denn das größte Asset von Facebook sind nun mal die ungeheuren Datenbestände und Informationen über die Nutzer. Mit diesen will und muss Facebook Geld verdienen (anders als andere Netzwerke, die wie LinkedIn oder Xing für bestimmte Premiumleistungen eine Mitgliedsgebühr verlangen). Haupteinnahmequelle für Facebook ist also die Nutzung der Userdaten für gezielte Werbeschaltungen.

Das zweite Asset von Facebook ist die ungeheure Anzahl von Nutzern – es ist für viele Nutzer und Unternehmen fast ein Muss, hier vertreten zu sein. Und dies trotz einer um es freundlich auszudrücken, recht „gewöhnungsbedürfigem“ Informationsaufbau und -darstellung. Irgendwie haben wir bei der Nutzung von Facebook immer das Gefühl, das etwas an uns „vorbei“ läuft. Sicher, man erhält unzählige Benachrichtigungen welcher der Facebook-Freunde gerade ein Status-Update, ein Foto oder einen Kommentar gepostet hat – aber irgendwie scheint uns das alles nicht nachvollziehbar. Manche Informationen scheinen einfach irgendwo im Daten-Nirwana zu versickern und sind nur durch eine längere Suche auffindbar, andere werden uns permanent auf der Pinnwand angezeigt, obwohl sie für uns überhaupt nicht von Interesse sind. Der Facebook-Algorithmus zur Datenfilterung scheint uns jedenfalls nicht transparent und definitiv verbesserungsbedürftig.

Doch im schnelllebigen Internet kann sich so eine Situation auch äußerst schnell ändern – wir denken nur an den Social Network Vorreiter MySpace, der nun fast in der Versenkung verschwunden ist, als auch an einige der Top-Werte des ersten Internet-Hypes Ende des vergangenen Jahrtausends. Wo ist Netscape, die den Internetbrowser-Markt dominiert haben? Wer nutzt heutzutage noch Yahoo, den führenden Webkatalog / Suchmaschine des ersten Hypes?

Facebook hat im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar eine Milliarde Gewinn gemacht – vor allem mit Werbung. Doch auch hier bröckelt das Geschäftsmodell bereist gewaltig. Kurz vor dem Börsengang hatte der Autobauer General Motors angekündigt, keine Werbeanzeigen mehr auf Facebook zu schalten, und damit Zweifel an den Gewinnaussichten geschürt.

Auch wir selbst haben bereits Werbung auf Facebook geschaltet und waren von den Ergebnissen mehr als enttäuscht.  Andere signifikante Umsatzquellen scheinen bis jetzt noch nicht gefunden zu sein. Und auch für den immer wichtiger werdenden Zugang über mobile Endgeräte hat Facebook noch keine Idee, um hier größere Gewinne erwirtschaften zu können.

Sollte sich dieser Trend verstärken, stehen Facebook aus unserer Sicht schwierige Zeiten bevor – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Aktienkurs.

Ausblick: Am kommenden Dienstag, 29. Mai werden wir Ihnen aller Voraussicht eine spannende und möglicherweise hochprofitable neue Aktie vorstellen. Es handelt sich um einen australischen Kohle-Wert, der auf äußerst niedrigem Niveau notiert und von der Investorengemeinde noch nicht entdeckt wurde. Ein Teammitglied unseres Netzwerkes war in der vergangenen Woche in Australien vor Ort unterwegs und hat sich dort nach aussichtsreichen Unternehmen umgesehen. Und was wir als Ersteinschätzung zu hören bekommen ist wirklich positiv. Die australischen Unternehmen  sind größtenteils wesentlich günstiger bewertet als ihre kanadischen Wettbewerber. Hierfür gibt es zahlreiche Gründe, auf die wir noch näher eingehen werden. Grundsätzlich scheint der australische Markt aktuell fundamental eher günstig zu sein und profitiert zusätzlich von der Nähe zu den nahen Absatzmärkten für Rohstoffe in Südostasien, insbesondere natürlich China und Indien.

Ihr Team von Stock-Telegraph


Wir empfehlen grundsätzlich den Kauf von Aktien an der jeweiligen Heimatbörse. Sollten Sie im deutschen Handel kaufen wollen, achten Sie unbedingt auf eine faire Kursstellung und limitieren Sie Ihre Kauforder.


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Eine Übersicht über die individuell je Unternehmen bestehenden möglichen Interessenkonflikte finden Sie auf der Webseite unseres Herausgebers, der Star IR GmbH, unter

www.star-ir.com/interessenkonflikt

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